MANDALAS
OD*CHI
Termine
Od*Chi´s Angebote
Naturzauber-Wanderungen
NaturS/Zauber e.V.
Naturzauber-Kalender
Schwitzhütten
Detailinformationen
Schwitzhüttentermine
Schwitzhütten-Ritual
Rainbow-Circle-Songs
SO NICHT!!!
Netzwerk
T.I.N.G.
Od*Chi im Bilde
Lieblinxplätze
Od*Chi hören
Interview
Od*Chi's Weltsicht
Philosophien
Gästebuch
Terminübersicht
Kontakt
Impressum
LINKS
Rot gewinnt!
NETZWERK
NATUR KUNST
RUNEN
UR*KLÄNGE
ANGEBOTE



Das Schwitzhütten-Ritual

Dieses Reinigungsritual ist sowoh vom indianischen als auch dem keltischen Kulturkreis überliefert.

Wobei die Quellen der nordamerikanischen Ureinwohner zuverlässiger und ausführlicher sind.

Deshalb werde ich auch mehr auf diese eingehen:

 

Die Lakota-Indianer, ein Stamm des Volkes der Sioux, haben einen sehr strengen Ritus, der ihnen von der Weißen Büffelkuhfrau überliefert wurde. Dieser diente als Reinigungsritual für die Männer und war das Gegenstück zur Frauenhütte.

 

In die Frauenhütte gingen alle menstruierenden Frauen und reinigten sich dort unter ihresgleichen.

Daher und nicht etwa aus frauendiskrimminierenden Beweggründen heraus werden die Lakota-Schwitzhütten-Zeremonien (vornehmlich) ohne Frauen abgehalten.

Zumindest, heißt es von dieser Seite her, sollen keine menstruierenden Frauen zugegen sein.

 

Da menstruierende Frauen heutzutage von sich aus schon nicht in eine Schwitzhütte gehen wollen, stellt sich normalerweise dieses Problem bei mir nicht.

Ansonsten sind die von mir geleiteten Schwitzhütten offen für beide Geschlechter, außer die Schwitzhütte wird explizit als Männerschwitzhütte deklariert.

 

Ich habe schon etliche Schwitzhütten mit gemischten Gruppen erlebt und bisher wäre mir nichts Negatives aufgefallen, was Rückschlüsse zuließe, daß die Frauenenergie dem Ganzen nicht zuträglich gewesen wäre.

Aber ich respektiere durchaus, wenn andere Schwitzhüttenleiter eine klare Geschlechter-Trennung für notwendig erachten.

 

Es gibt einige Überlieferungen und traditionelle Inhalte, die mir sinnvoll erscheinen und die ich auch für diese Zeremonie übernehme, doch ansonsten behalte ich es mir vor, einige Inhalte, die in einer traditionellen Sweatlodge nicht vorkommen, mit einzuflechten.

Dazu gehört sowohl das Spielen des Didgeridoos während der Erhitzung der Steine im Feuer, wie auch das Singen von Sanskrit Mantren und sonstigen heiligen Liedern aus aller Welt in der Schwitzhütte.

.

Alpin-Global nenne ich diese Schwitzhütten deshalb, weil einerseits alle wohltätigen Kräfte der Erde, egal aus welcher Kultur, zu diesem Ritual eingeladen sind und somit auch alle heiligen - also Heil bringenden - Lieder dieser Welt gesungen werden dürfen, andererseits, diese Schwitzhütten vorwiegend in den Alpen, bzw. am Alpenrand stattfinden und somit von mir auch ein Bezug zu diesem Land und seiner Urkultur hergestellt wird.

So singe ich auch Mantren in bairischer Sprache und lade zudem die Runen-Kräfte als Helfer in den Schwitzhüttenkreis ein.

Mit Runen arbeite, bzw. spiele ich bereits seit mehr als 20 Jahren und bin vollends mit ihnen vertraut. Wer mehr über die Runen wissen will der klicke auf Runenwissen

Grundsätzlich: Runen sind - wider den Fehlinformationen der Medien und sonstigen irreführenden Organen - weder destruktiv noch gefährlich, sondern dienen zur Harmonisierung und Heilung. Wer sie für andere Zwecke verwendet ist selbst schuld!!!

 

Bei der Lakota-Tradition gehört das Rauchen einer Pfeife zum festen Bestandteil des Rituals. Dies findet bei meinen Schwitzhüttenritualen nicht statt - weil ich auch nicht in dieses Ritual eingeweiht bin.

Wohl aber wird eine intensive Räucherung, die der Pfeife vom Sinn und der Reinigungsintensität gleichkommt, vollzogen.

 

Ich habe bereits etliche Schwitzhütten durchgeführt, doch sehe ich mich nicht als Leiter, sondern als vom Großen Geist geleiteter und da der Kanal zu dieser Kraft für mich am Besten durch intuitive Musik und Gesang, sowie Spontanität geöffnet werden kann, lasse ich vieles offen und damit viel Freiraum für impulsives und intuitives Handeln und Kreativität.

So sind aus diesem Grunde alle Teilnehmer der Schwitzhütte Gestalter des Rituals uns es hat alles Spontane von jedem darin Platz.

Egozentrische und narzistische Selbstdarstellungen sind jedoch fehl am Platze.

 

 


Nun zum Ablauf des Rituals:

1. Vorbereitung:

 

Die Bereitung des Heiligen Ortes

 

Die vier Himmelsrichtungen spielen hierbei eine große Rolle:

 

Der Osten steht für das Neue, das Keimen, den Frühling, den Morgen, das Element Luft und den Sonnenaufgang.

 

Der Süden steht für die Lebenskraft, das Wachsen und Gedeihen, das innere Kind, den Sommer, den Mittag, das Element Feuer und die Sonne im Zenit.

 

Der Westen steht für Verwirklichung, die Ernte, Besinnung und Innenschau, den Herbst, den Abend, das Element Wasser und den Sonnenuntergang.

 

Der Norden steht für die Weisheit, innere Einkehr, Reinigung, den Winter, die Mitternacht, das Element Erde und die Nacht.

 

So ziehen wir erst einmal eine Linie vom vorgesehenen Feuerplatz nach Westen und stecken nach etwa 30 Schritten einen Stock in die Erde. An diesem binden wir eine Schnur und ziehen einen Kreis mit etwa 1 1/2 Meter Radius.

Wir bitten den Großen Geist, der in allen Dingen wirkt und alles ist was existiert, unseren Heiligen Platz zu segnen.

 

Der Stock wird nun aus der Erde gezogen und an seiner Stelle ein Loch ausgehoben, in das später die glühenden Steine kommen sollen. Der Aushub wird sodann entlang der Energielinie die zur Feuerstelle führt angehäufelt und etwa auf der Hälfte zwischen der Steingrube und der Feuerstelle ein Erdhaufen errichtet, der den Altar darstellt und auf welchen Kraftobjekte und Amulette zur energetischen Aufladung platziert werden können. Dazu kann aber auch die Energielinie selbst verwendet werden

.

Die Energielinie sollte nach ihrer Errichtung, spätestens aber nach der Entzündung  nicht mehr überschritten werden mit Ausnahme von Kindern, Tieren und dem Feuermann.

 

Der Stock wird auf dem Gipfel des Altarhügels platziert und stellt eine Verbindung zu den kosmischen Kräften dar, verbindet sozusagen Himmel und Erde. Bei einer bereits installierten Schwitzhütte ersetze ich das oftmals mit einem Steinturm.

 

Nun werden vier Weiden- oder wahlweise Haselruten am jeweiligen Himmelsrichtungspunkt, beginnend mit dem Osten auf der Kreislinie in die Erde gesteckt. Dabei kann die jeweilige Kraft in einem Gebet eingeladen werden.

Diese vier Ruten werden nun über dem Loch zueinander gebogen und möglichst tief (sodaß ein Hockender

gerade eben darunter passt) zusammengebunden. Viele Schwitzhütten funktionieren deshalb nicht so richtig, weil sie zu hoch gebaut sind und das meiste vom Wasserdampf über die Köpfe steigt!

Nun werden genau auf die Hälfte nochmals vier Ruten in die Kreislinie gesteckt und dabei werden die Geister des Mineralreichs, der Pflanzenreichs und der Tierwelt, sowie als viertes die Ahnen der (wahrhaftigen) Menschen eingeladen.

 

Eine Variante im Schwitzhüttenbau besteht darin, das Grundgerüst aus zwei parallel gebogene Ruten zu bauen, wodurch oben eine Öffnung entsteht. So hat diese Hütte praktisch 5 Tore/Türen. Jeweils eine Öffnung zu den jeweiligen Himmelsrichtungen und eben eine nach oben, wodurch es möglich wird, wie es heißt, dass sowohl die kosmischen Energien besser in die Hütte gelangen, als auch die losgelassenen Energien besser entweichen können.

Da jedoch auch bei der anderen Konstruktion jede Menge Freiräume zwischen dem Geflecht bestehen, sei diese Aussage mal dahingestellt.

(Beim Seminarhotel Jonathan, wo ich regelmäßig vierteljährlich Schwitzhütten durchführe, gibt es zwei Schwitzhütten. Die kleinere (für bis zu 13 Menschen) ist nach der ersten Variante erbaut, die größere (für ca. 22 Menschen) in der 5 Tore Version.)

 

Die Schwitzhütten-Kuppel symbolisiert praktisch Mutter Erde. In ihren dunklen Bauch werden wir später hineinkriechen, um uns, mittels der heißen Steine, die die heiße Magma im inneren der Erde repräsentieren, zu läutern und zu reinigen – also symbolisch sterben, auf dass wir dann wieder neugeboren (gen Osten) aus ihr herauskommen können.

 

Zur Stabilisierung der Kuppel flechten wir nun, wie bei einem Korb, nun auch quer ein paar Weidenruten ein.

Nun kann das Hütteninnere mit Laub oder Heu ausgepolstert werden, wobei jedoch darauf zu achten ist, dass dieses nicht zu nah an der Steingrube liegt. Denn kommt es bei der Schwitzhütte möglicherweise mit den Steinen in Berührung , könnte der dadurch entstehende Rauch unangenehm in den Augen beißen. (ganz vermeiden lässt sich das allerdings meistens nicht!)

 

Nun wird auf dem Feuerplatz ein großer Scheiterhaufen aufgebaut, wobei wir unseren Freunden, den Baumwesen Dankbarkeit bekunden, dass sie uns Teile von sich spenden, um dem  Feuer Nahrung geben zu können.

Wir danken ihnen auch dafür, dass sie unsere Ahnen über all die Äeonen mit überlebenswichtigem Feuerholz versorgt haben und auch uns heute noch den lebenswichtigen Sauerstoff liefern.

 

Das Gerüst des Feuerstapels bilden dicke Stämme die in blockbauweise aufgestapelt werden.

Dazwischen und in den Innenraum werden kleinere Hölzer gesteckt, sehr feines Zundermaterial befindet sich unten. Später soll dann ein Streichholz genügen, den Stapel zu entzünden.

Etwa auf Brusthöhe, legen wir die Äste so, dass sich ein Gitter bildet, auf welches die Steine gelegt werden.

 

Der Ritualleiter nimmt nun eine Räucherschale mit Räucherwerk, entzündet dies und schreitet den Ritualplatz singenderweise im Uhrzeigersinn ab. Er umkreist sowohl die Feuerstelle, wo er beginnt, als auch die Schwitzhütte.

 

Danach wird die Kuppel mit Decken und Fellen abgedeckt und dabei ist darauf zu achten, dass sie unten am Übergang zum Boden richtig gut dicht abgeschlossen wird, denn da zieht es gerne mal kalt herein, was besonders am Anfang des Schwitzganges, wenn es noch nicht so warm drinnen ist, sehr unangenehm sein kann.

Über den Eingang und den Ausgang, die durch die Oststange voneinander getrennt sind, werden jeweils zwei flexible Decken installiert, die jederzeit auf und zu gemacht werden können. Gerade hier ist besonders darauf zu achten, dass sie dicht abschließen, denn da zieht es oft am meisten.

 

Ist die Hütte nun abgedeckt, begibt sich der Ritualleiter hinein und räuchert unter Singen das Innere.

Er kommt zum Ausgang, nördlich der Energielinie wieder hinaus und begibt sich zurück zur Feuerstelle.

Dort stehen alle anderen Ritual-Teilnehmer und werden nun von ihm abgeräuchert.

Hiermit sind die Vorbereitungen abgeschlossen und das eigentliche Schwitzhütten-Ritual kann beginnen.


2. Das Schwitzhütten-Ritual beginnt:

 

Nun kann ein Energiekreis abgehalten werden, bevor der Feuermann nun vom Osten her mit einem Gebet an den Grossen Geist, die unverlöschliche Flamme, den Feuerstoß entzündet.

Seine Aufgabe ist es nun, die Lohe zu schüren und die Steine durch und durch zum Glühen zu bringen!

 

Nun gibt es zwei Varianten, die mit der Tages- bzw. Jahreszeit in Zusammenhang stehen.

Im Sommer, wenn die Nächte sehr kurz sind, bietet es sich an, die Schwitzhütte im Morgengrauen abzuhalten und bei Sonnenaufgang neugeboren das Licht der Welt zu erblicken. Hierzu wird der Feuerstoß nach Sonnenuntergang entzündet und bis in die frühen Morgenstunden vom Feuermann geschürt.

Im Herbst und Winter sind dazu jedoch die Nächte zu lang, bzw. müsste dann der Feuerstoss erst nach Mitternacht entflammt werden.

Deshalb bietet sich die Nachtschwitzhütten-Variante an.

Hier wird das Feuer nach Sonnenuntergang angezündet und dann etwa 2 bis 2 ½ Stunden in Gang gehalten, bis die Steine glühen. Sodann wird die Schwitzhütte abgehalten und ist noch  vor Mitternacht beendet.

 

 

Sobald die Steine soweit sind räuchert der Feuermann  oder der Ritualleiter die Teilnehmer ab, die seit Sonnenuntergang keine feste Nahrung mehr zu sich genommen haben sollten und sich nun hintereinander vom Feuerplatz zur Hütte begeben und zwar auf der Südseite der Energielinie.

Nachdem jeder abgeräuchert wurde, willkommen geheißen wurde und im Inneren der Hütte verschwunden ist, geht als letzter der Ritualleiter hinein. Die anderen sind bereits im Uhrzeigersinn um das Steinloch herumgerückt und so sitzt praktisch der erste am Ausgang (nördlich der Energielinie). Da dieser Platz die beste Möglichkeit ist, schnell und ohne Umstände wieder heraus zu kommen, sollten gerade Menschen, die unsicher sind, wie lange sie es drinnen aushalten, Menschen mit Kreislaufproblemen oder Platzangst und auch Neulinge diesen Platz einnehmen (also als erste reingehen.).

Bei den strengen Lakota-Schwitzhütten soll keiner die Hütte während eines Durchgangs verlassen, bei meinen Schwitzhütten ist das aber durchaus möglich. Allerdings darf derjenige bei dieser Runde nicht mehr in die Hütte.

 

Während des Aufgusses hat es sich bewährt, um auch die aufkommende Hitze besser zu ertragen, zu Tönen. Das heißt, die Stimme mit Summen, Ommen, singen von Selbstlauten oder auch Obertönen, zum Klingen zu bringen. Das erzeugt auch gleich eine sehr harmonische und sakrale Atmosphäre.

Auch ist es zu empfehlen bei größerer Hitze sich hinzuknien und mit dem Kopf ganz auf den Boden hinunter zu gehen, wo die Hitze natürlich am geringsten ist. Das hat auch noch den positiven Nebeneffekt, dass der heiße Wasserdampf auf dem Rücken ein äußerst angenehmes Gefühl erzeugt, wie etwa angenehm heißes Öl, das einem über den Buckel gegossen wird.

Handelt es sich um eine ganz besonders heiße Hütte und will man aber diese auch noch nicht verlassen, empfiehlt es sich in gleicher Stellung den Kopf zur Außenwand hin zu drehen und möglicherweise sich sogar durch die Decken hindurch ein Luftloch zu schaffen. Das ist bei meinen Schwitzhütten durchaus legitim.

Aber wie ich schon erwähnte, keiner muss länger in der Schwitzhütte bleiben, als er es vermag und kann sie jederzeit verlassen.

 

 

Bei dieser Gelegenheit komme ich gleich noch auf die einzelnen Runden zu sprechen:

 

Die 4 ist bei den nordamerikanischen Ureinwohnern eine sehr wichtige Zahl. Sie findet sich sowohl in den vier Himmelsrichtungen, den vier Winden und den vier Kräften wieder. Auch ist in ihren Mythen von den vier Zeitaltern die Rede. Demnach befinden wir uns nun am Ende des 4. Zeitalters.

So hat auch die Schwitzhütte vier Durchgänge. Zwischen diesen Durchgängen kann die Schwitzhütte verlassen werden (muss aber nicht!). Dabei verlässt man die Schwitzhütte nördlich der Energielinie, umkreist das Feuer – kann an diesem eine Weile inne halten und sich daran erwärmen – wer Lust und Verlangen verspürt kann sich auch mit kaltem Wasser abfrischen – und kehrt dann zum nächsten Durchgang auf der Südseite der Energielinie wieder in die Hütte zurück.

 

Jeder Durchgang hat ein bestimmtes Thema:

 

Im ersten Durchgang steht der Dank, das Danken, das Danksagen im Vordergrund.

Nachdem der Ritualleiter dem Großen Geist, den vier Kräften, den Naturgeistern, den Elementarwesen und den Ahnen, sowie den Steinen – die ja bei diesem Vorgang ihre gesamte Energie abgeben (und hinterher bröselig werden) – dank bekundet  und mit dem Wasser – das ihm der Feuermann zuvor hereingereicht hatte - auf den glühenden Steinen – die der Feuermann ebenfalls vorsichtig mit einer Mistgabel ins Loch befördert hat - Wasserdampf erzeugt hat, reicht er das Aufgußbehältnis, mitsamt der Schöpfkelle im Kreis herum und jedem Einzelnen ist es nun möglich, laut oder auch im Stillen, seinen Dank auszusprechen. Hat er dies getan, gießt er mit der Schöpfkelle Wasser auf die heißen Steine und spricht laut „Ahou!“ oder „Hou!“, was alle anderen zur Bekräftigung erwidern.

So geht der Wasserbehälter reihum, bis er wieder zum Ritualleiter zurückkehrt, der dann die Runde abschließt.

 

Hier noch ein paar Details bezüglich der Steine:

Nachdem der Feuermann den Stein behutsam mittels Stein-/Mistgabel in die Steingrube befördert hat, gibt der Ritualleiter, der dem Feuermann bei der Führung der Gabel geholfen hat, etwas Räucherwerk auf den glühenden Stein und begrüßt ihn damit..

Dann gibt er das Räucherwerk seinem Nachbarn, der den nächsten Stein begrüßen darf, wenn ihn der Feuermann hereinreicht.

Bei den Lakotas steht der erste Stein für den Großen Geist, der immer in der Mitte von allem ist.

Je nachdem wie groß die Steine sind, reicht der Feuermann für den ersten Gang drei bis sieben Steine herein. In unseren Breiten ist der Granit das optimale Material.

Kalkstein ist eher ungünstig für Schwitzhütten, da sie die Hitze nicht so gut speichern können und auch leicht im Feuer zerbrechen, ja sogar zerbröseln können.

Manchmal ist es sogar schon vorgekommen, dass sie beim Aufgießen in der Hütte zersplittert sind und dabei auch schon Teilnehmer verletzt haben.

Mit Granitsteinen ist das kein Problem und auch Lavagestein soll sich dafür sehr gut eignen.

 

Der zweite Durchgang hat das Thema Bitten und Wünschen im Fokus.

Auch hier geht nach dem Aufguss das Wasserbehältnis reihum und jeder kann seinen Wunsch und seine Bitte zum Ausdruck bringen und mit einem „Ahou!“ bekräftigen.

 

Der dritte Durchgang ist erfahrungsgemäß einer der Heißeren und dadurch auch sehr intensiv. Somit ist er auch sehr schweißtreibend und das passt gut zum Thema Loslassen.

In ähnlicher Weise wie in den vorangegangenen Runden kann nun jeder bekunden, was er gerne loslassen möchte, von was er sich in seinem neuen Lebensabschnitt trennen möchte.

 

Der vierte und letzte Durchgang, der manchmal sogar noch heißer als der dritte sein kann, bietet die Gelegenheit, sich nun - als Ausgleich zu dem zuvor Losgelassenen - die Dinge in sein Leben einzuladen und willkommen zu heißen, die man fortan auch als Wegbegleiter haben möchte.

Nachdem der Ritualleiter das Gefühl hat, dass alle zu einem Abschluss gekommen sind, beendet er den 4. Gang.

Bei der Schwitzhütte am Morgen übernimmt diese Entscheidung praktisch die Sonne.

Der Feuermann, der die ganze Zeit über das Feuer geschürt, die Steine und das Wasser hereingereicht hat und auch dafür zuständig war, den heiligen Platz von störenden Energien frei zu halten, gibt in diesem Fall Bescheid, wenn die Sonne aufgeht. Bei der Nachtschwitzhütte ist dieser Zeitpunkt offen.

 

Zum Abschluss des Rituals wird, wie zu Beginn noch einmal ein abschließender Energiekreis mit allen Teilnehmern, auch jenen, die nicht alle Gänge mitgemacht haben, vollzogen

 

Damit ist das Ritual praktisch vollendet

 

Es kann jedoch, sofern noch genügend Steine übrig sind, ein stiller 5. Gang, für jene, die das wollen, durchgeführt werden. Hier hat nun jeder Gelegenheit in der Stille und in der Geborgenheit der aufgeheizten und dampfgeschwängerten Hütte – was dem Gefühl, im Mutterbauch zu sein, sehr nahe kommt – in sich zu gehen und mit sich zu sein und möglicherweise auch eine Vision über seinen weiteren Lebensweg zu erhalten.

Während dieser Zeit sollten jene, die schon hungrig sind und sich der gemeinsamen Brotzeit/Jausen zuwenden, aus Respekt, dies in aller Stille tun

 

Wenn dann alle Teilnehmer aus der Schwitzhütte wieder draussen sind, kann die gesellige Runde gerne ausgelassen Plaudern und sich austauschen.

Da ja jeder etwas mitgebracht hat, dürfte demnach auch eine sehr schöne Auswahl an kulinarischen Leckerbissen vorhanden sein.

Die Teilnahme an der gemeinsamen Brotzeit/Jausn ist jedoch kein Muss!

 

Abschließend noch ein schönes Gebet der Lakota für die Schwitzhütte

 

 

 


Ein Gebet an den Großen Geist:

 

 

Großes Geheimnis, Geist der in allen Dingen wirkt, Du warst zuerst und Du bist immer gewesen.

Durch Dich sind wir zu dieser Insel gekommen und hier wünscht Dein Volk dem Geheimnis gemäß zu leben.

Lehre uns, alle Mächte des Weltalls zu kennen und zu schauen, und gib uns das Wissen, damit wir erkennen, dass sie in Wirklichkeit nur eine Macht sind. Möge unser Volk stets seine Stimme zu Dir senden, wandelnd auf dem heiligen Pfade des Lebens!


Nach der Schwitzhütte folgt noch ein sehr angenehmer Teil des Rituals, der einen schönen Ausklang bildet: Das gemeinsame Essen der von allen mitgebrachten Speisen.

Denn nach dem Ritual sollte nicht nur viel (Wasser)getrunken , sondern auch gut gegessen werden. Es empfiehlt sich, sich zu entspannen und einander möglicherweise auch mit Massagen zu verwöhnen.

 

Nach dem Essen ist das Ritual beendet und jeder kann frisch gestärkt und gereinigt in einen neuen Lebensabschnitt starten.

To top