Wirds besser - wirds schlechter ?
so fragen wir alljährlich
- aber sein wir doch ehrlich
leben ist immer lebensgefährlich!
Erich Kästner
Eine Lösung
Tränentreibende Geschwindigkeit
Fliehend, im wilden Galopp
Endlose Suche nach dem Regenbogen
Farben verschwimmen im Meer der Zeit
Donnernder Hufschlag
Reißt Wunden in den Boden
Träume verwehen im Anbruch des Tags
Graue Gefühle, von Schatten aufgesogen
Gestern ist schon lang vergessen
Leise nisten sich Zweifel ein
Weiterhin farbenblind vorwärts preschen?
Schwarzweiß ist die Welt zu klein
Während du galoppierst
Zum Regenbogen im Reich des Schein,
Fliehendes Pferd, warte ich hier
Denn all seine Farben sind in mir vereint.
von Bettina Hackelsperger
Weihnachtsgedicht von Christian Morgenstern
Oh Weih Nachtmär, oh Teddybär
Von drauss´ vom Walde komm ich her,
Ich war ´mal wer, ich war der Bär.
All überall die Fichtenspitzen,
In gar guten Stuben jetzt glitzen.
Und drum herum im Lämmerchor
Mit großen Augen ihr Christlein davor.
Einst wandelt´ ich noch durch den finst´ren Tann,
Da schosset mit Blei ihr mich an;
Knecht Rupprecht, so hieß es, alter Gesell,
Strecke die Flossen und spute dich schnell!
Die Kerzen fingen zu brennen an,
Das Bärenfell ward aufgetan;
Alt und Jung wollen nun,
Von der Jagd meines Lebens ruh´n.
Doch ich sprach: Oh mächtiger Christ
Meine Reise fast zu Ende ist,
Will nur noch in diese Stadt,
Wo´s schöne kluge Menschen hat,
Wo Schwein und Gans und Mandelkern,
Speisen fromme Kindlein gern,
Wo all die Menschlein, auch die rechten,
Soll´n kennen Ihren Teil am Schlächten.
Christkindlein sprach: willst du das echt?
So geh mit Gott, warst nie mein Knecht!
Von drauss´ vom Walde komm ich her,
Ich muss euch sagen in Reihen steht er.
(Nach Christian Morgenstern von Inigo K.)
